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    Rennberichte von Nico Haubensack

    Supermoto IDM in Oschersleben in der Motorsportarena

    Die Klasse Ü40 gastierte zur vierten Runde der internationalen deutschen SuperMoto Meisterschaft am 14./15. Juli in Oschersleben. Das Rennen wurde auf der Kartbahn der Motorsport Arena Oschersleben ausgetragen. Für mich und viele der anderen Piloten war das eine neue Strecke, denn erstmals seit über zehn Jahren wurde dort wieder ein Supermotorennen ausgetragen.

    Am ganzen Rennwochenende zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Bei Temperaturen von über 30°C wurden Fahrer und Material an ihre Grenzen gebracht. Für alle war klar, an Trockenreifen kommt hier keiner vorbei. Allerdings gingen die Meinungen auseinander bei der Auswahl der Mischungshärte – harter oder weicher Slick? Bei mir funktionierte es am ganzen Wochenende am besten mit einem weichen Slick vorne und einem harten am Hinterrad.

    Ich hatte beinahe von Anfang an ein sehr gutes Gefühl fürs Motorrad und richtig viel Spaß auf der Strecke mit meiner FS450. Zwar musste ich mich noch zum ersten freien Training mit einem Abstand von 2,7Sec mit dem dritten Platz begnügen, doch im zweiten freien Training konnte ich mir den ersten Platz sichern.
    Zum Zeittraining konnte ich meine bisherige beste Rundenzeit sogar noch um über eine Sekunde auf eine 1:10.778 verbessern und holte mir damit die Pole-Position vor Eike Moes, Christof Bartsch und Phil Gee.

    Noch am Samstag um 17:25 Uhr startete unser erstes Rennen. Ich konnte meine Pole hervorragend umsetzen und holte mir den Holeshot. Doch auch Moes hatte einen guten Start und klebte an meinem Hinterrad. Im Parallelflug spulten wir eine Runde nach der anderen ab. Moes konnte aber den Druck erhöhen und kurz vor Rennende passierte mir dann ein Fehler. Eingangs Offroad verbremste ich mich und Eike erbte die ersten Position. Ich konnte leider die Lücke bis zum Rennende nicht mehr schließen. Doch mit dem zweiten Platz war ich mehr als zufrieden.

    Der Sonntag begann mit dem WarmUp aller Klassen und ich hatte Probleme beim Herausbeschleunigen auf die lange links Kurve nach Start-Ziel. Das Fahrwerk tauchte immer wieder stark ein und schaukelte das Motorrad regelrecht auf. Also ab zum Fahrwerksspezialisten. Nach kurzer Analyse war klar, dass das Federbein irgendwie Luft gezogen haben musste und ein Service und frisches Öl brachten das Ganze auch wieder in Ordnung.

    Um 14:10 Uhr dann der Start in das zweite Rennen. Wieder gelang mir ein perfekter Start und ich brachte mich mit einem großen Abstand in Führung. Aus der zweiten Reihe gelang Paul Wijgaerts ebenfalls ein top Start und er fuhr auf die zweite Position. Moes startete etwas schlechter und fand sich am Start nur auf P5 wieder. Ich spulte einsam meine Runden an der Spitze. Im letzten Drittel des Rennens konnte Moes dann auf P2 vorfahren und konnte auch auf mich aufschließen. Dieses Mal blieb ich aber cool und mein zweiter Rennsieg des Jahres war perfekt! Damit holte ich mir außerdem die Tageswertung vom Rennwochenende!

    Bei besten Wetterbedingungen hat es sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon wieder auf das nächste Rennen. Leider kann ich dieses Jahr nicht in Cheb (25./26. August) dabei sein. Deshalb werde ich euch erst wieder vom Saisonfinale in Schaafheim (29./30. September) berichten.

    Grüße #28 HAUBI

    Supermoto IDM in Bilstain: Ab zu den Nachbarn

    Einmal im Jahr gibt es für die Truppe der Ü40er ein besonderes Rennen. Am Wochenende vom 30.06. und 01.07. waren wir zu Gast in Belgien, um im Rahmen der Bilstain-Masters ein Supermotorennen zu bestreiten.
    Ein besonderes Rennen ist es gleich aus mehreren Hinsichten. Anders als in der internationalen deutschen Meisterschaft wird dort gerade mal ein freies Training absolviert und das nächste Training ist gleichzeitig das Qualifikationstraining für die Rennen am nächsten Tag. Außerdem gibt es kein Warm-Up am Sonntag, sondern es wird gleich am Morgen mit den Rennen gestartet. Die Fahrzeit insgesamt ist dennoch nicht kürzer, denn die Rennen sind länger. Statt 12min + 2 Runden werden 18min + 1 Runde gefahren. Hier ist es durchaus wichtig, dass man sich die Kräfte einteilt.

    Die Strecke in Bilstain gilt als technisch herausfordernd. Der Offroadanteil ist recht hoch und der Asphalt ist in verschiedenen Streckenabschnitten unterschiedlich beschaffen. Ehemalige Motocross-Fahrer können ihre Erfahrungen hier im schwierig zu fahrenden Offroad gut umsetzen und sind im Vorteil.
    An diesem Wochenende waren die Wetterbedingungen hervorragend - es hatte trockene, sommerliche Temperaturen von bis zu 30°C.

    Das erste freie Training nutzte ich zum Kennenlernen der Strecke und es war überhaupt nicht einfach sich den schwierigen Streckenverlauf einzuprägen. Aber ich stellte fest, dass mein Fahrwerk, gerade im Offroad, zu straff war und die Schlaglöcher nicht ausreichend ausgleichen konnte. Für das Zeittraining stellte ich mein Fahrwerk somit vorne und hinten deutlich weicher und damit konnte ich mich für die erste Startreihe auf P4 qualifizieren. Es fehlten gerade mal 0,09 Sekunden auf den 3. platzierten Ingo Ruh. Steffen Jung holte sich die Pole und Eike Moes fuhr auf P2.

    Wir waren uns alle einig: am Sonntag um 08:30Uhr ohne ein Warm-Up ein Rennen zu fahren ist unmenschlich. Aber die Bedingungen sind für alle gleich, egal wie groß das Gemecker auch sein mag und somit ging es auch pünktlich zur Sache.
    Mein Start war recht gut und reichte dennoch nicht für den Holeshot. Ganz im Gegenteil. Durch den Streckenverlauf gleich am Start wurde ich in der nächsten Kurve etwas eingeklemmt und ich viel auf P5 zurück. Vier Runden später konnte ich am Offroad-Eingang dann an Harald Wirtz vorbei ziehen. Jung und Moes waren mittlerweile enteilt, doch ich schloss schnell auf Ingo Ruh auf. Ich wusste, die zwei Führenden sind heute unerreichbar und so fuhr ich relativ entspannt hinter Ruh hinterher um dann am Ende ein Überholmanöver zu starten. Ingo machte es mir schlussendlich mit einem Fehler sehr leicht und ich konnte das Rennen auf P3 beenden.

    Pünktlich um 11:30Uhr startete unser zweiter Lauf. Wieder war mein Start vernünftig, doch auch wieder war ich nach den ersten Kurven leider nur auf P5, hinter Ingo Ruh. Schamlos und ohne Reue nutzte ich dann einen Verbremser von Ruh aus und fuhr vor auf P4. Mit ihm im Schlepptau schlossen wir dann auf Wirtz auf. Nach mehreren Runden im Dreierpulk und ordentlich Druck von hinten musste ich handeln und fand meine Lücke in der Kurve vor der Start-Ziel-Geraden. Leider berührten Wirtz und ich uns beim „Heavy Attack“ (Zitat: Kommentator) und Ruh konnte an uns beiden vorbei ziehen. Ruh gewann somit zwei Plätze und ich konnte nur meinen P4 behaupten. Zu diesem Zeitpunkt war das Rennen zu 2/3 vorbei und ich hoffte auf die nächste Gelegenheit. Doch durch einen unglücklichen Zwischenfall beim Überrunden stürzte Jens Lindenlaub und das Rennen musste unterbrochen werden. Das Rennen wurde durch die Offiziellen nicht nochmal gestartet und somit wurde ich auf P4 gewertet.

    Die Rennen in Bilstain waren eine spannende Erfahrung für mich. Ich hatte dabei viel Spaß und bin mit den Ergebnissen zufrieden. Auch Jens geht es den Umständen entsprechend wieder gut und hat „nur“ ein paar Prellungen. Das nächste Rennen findet bereits am Wochenende vom 14., 15. Juli in Oschersleben statt und ich freu mich schon wieder euch davon zu berichten.

    Grüße #28 HAUBI

    Supermoto IDM in Großenhain: Flugplatzracing

    Am 23./24. Juni war es Zeit für die dritte Runde der internationalen deutschen SuperMoto Meisterschaft. Dieses Mal war der Tross zu Gast in Sachsen, genauer gesagt auf dem Flugplatzgelände in Großenhain. Die Strecke ist vermutlich die schnellste im ganzen Rennkalender der IDM. Auf dem Flugplatz hat es viel Platz für lange Asphaltgeraden und die Motorräder werden ordentlich ausgequetscht. Der Offroadanteil ist nah bei den Zuschauern und diese können die Fights an den zwei Tables, dem Waschbrett und den Anliegern hautnah miterleben.

    Das Wetter hat dieses Wochenende nicht ganz mitgespielt, denn es war für Juni mit maximalen 13°C sehr kalt. Außerdem war es durch ständig änderten Bedingungen und häufigen leichten Regenschauern recht schwierig die Bikes auf die Strecke einzustellen. Mit 25 Fahrern war die Ü40-Klasse dieses Mal nicht voll besetzt. Aber es waren alle Favoriten am Start um ihre Plätze in der Meisterschaft zu verteidigen. Zwar waren meine Platzierungen in den ersten beiden Trainings mit P3 vernünftig. Doch der Abstand mit 2,5Sec. zur Spitze war dennoch zu groß.  Es dauert immer etwas, bis ich mich auf die Strecke einschießen kann. Auch dieses Mal konnte ich mich wieder zum Zeittraining deutlich verbessern und den Abstand auf den Führenden auf 1,1Sec verkürzen. Es reichte mir somit auf den fast schon obligatorischen 3. Startplatz, hinter Steffen Jung und Eike Moes. Ingo Ruh komplettierte die erste Startreihe auf P4.

    Der nächste Tag startete ver¬hei¬ßungs¬voll. Zum WarmUp war die Strecke nass und die ganze Truppe musste auf Regenreifen raus. Erst ärgerte ich mich darüber, dass das Motorrad dreckig werden würde. Doch mit den rutschigen Bedingungen kam ich am besten klar und freute mich sehr über die errungene Bestzeit. Die Hoffnung, dass es in den Rennen regnen würde war groß.

    Der erste Lauf startete pünktlich um halb elf, allerdings schon wieder bei trockenen Verhältnissen und alle waren somit auf Slicks unterwegs. Ich startete am besten und übernahm die Führung. Jung konnte sich aber gleich anfangs, bei der ersten Durchfahrt des Offroads, neben mich setzen und vorbeiziehen. Drei Runden später bekam er technische Probleme und wurde langsamer, so dass ich wieder den ersten Platz zurück erobern konnte. Doch auch Moes machte sich das zu nutzen und fuhr an Jung vorbei. Er konnte die Lücke auf mich schließen und wieder war es im Offroad, als auch er den Weg an mir vorbei gefunden hatte. Jung bekam zwischenzeitlich seine Probleme wieder in den Griff (später berichtet er über kurzzeitige Gripprobleme) und ich musste mich auch seinen Attacken beugen. Mit Platz drei hinter Moes und Jung hat es dennoch aufs Podium gereicht.

    Ich hoffte immer noch auf nasse Verhältnisse. Doch auch dieses Mal startete das zweite Rennen am Nachmittag unter trockenen Bedingungen. Wieder einmal mehr gelang mir der Holeshot - die Launch-Control der FS450 ist wirklich eine wahre Freude. Ich wählte im Offroad nun die innere Spur, denn ich wollte es den Jungs nicht wie beim letzten Mal so einfach machen. Ich konnte dem Druck somit zwar recht lange standhalten, doch Jung fand dennoch die Lücke am Ausgang des Offroads. Durch einen Fehler meinerseits ist drei Runden später auch noch Moes an mir vorbei. Ich war mir meines dritten Platzes schon sehr sicher, auch wenn Christof Bartsch mir dicht an den Versen hing. In der letzten Runde hatte Bartsch dann das Glück auf seiner Seite. Ich bin etwas durch überrundete Fahrer aufgehalten worden. Dem aber nicht genug ist mir auf der letzten Geraden auch noch kurzzeitig der 5te Gang rausgesprungen. Bartsch hat das schamlos ausgenutzt und verbannte mich auf die 4te Position.

    Mal wieder war es ein geiles Rennwochenende mit sehr viel Spaß. Gleich schon kommendes Wochenende geht es für die Ü40-Truppe nach Bilstain in Belgien. Dort werden wir unseren nächsten Lauf im Rahmen der belgischen Meisterschaft bestreiten. Wie gewohnt, werde ich von dort wieder berichten.

    Grüße #28 HAUBI

    Supermoto IDM in St. Wendel: Race the Town

    Am 2./3. Juni ging es in die zweite Runde zur internationalen deutschen SuperMoto Meisterschaft im saarländischen St. Wendel.
    Dieser Termin ist für Fahrer und Zuschauer quasi eine Pflichtveranstaltung. 9500 Zuschauer sind dieses Jahr diesem Ruf gefolgt und konnten bei besten Wetterbedingungen die Supermoto-Elite hautnah erleben.
    Die 1150 Meter lange Strecke verläuft teilweise über die B269, welche eigens für diese Veranstaltung das ganze Wochenende gesperrt ist. Wie üblicherweise besteht der Racetrack über einen Asphaltanteil von ca. 75% und über einen 25% Offroadanteil gespickt mit Anliegern und Sprüngen wie es im Motocross üblich ist.
    Die Ü40-Klasse war mal wieder mit 34 Fahrern randvoll. Meine ersten beiden freien Trainings verliefen ganz ok. Ich konnte mich zwar über die Platzierung mit P3 nicht beklagen, aber der Abstand zur Spitze mit 4 Sek. im ersten und mit 1,5 Sek. im zweiten Training war meiner Meinung nach deutlich zu groß. Etwas besser sollte es dann im Zeittraining werden. Ich konnte den Abstand auf die Spitze auf 0,9 Sek. drücken. Mit dem 3. Startplatz und somit in der ersten Startreihe für beide Rennen war ich mit mir schlussendlich im Reinen.
    Noch am späten Samstagabend um 19:35Uhr, bei tief stehender Sonne, startete unser 1. Race.
    Ich legte mir eine Strategie zurecht: Den Start gewinnen und dann so breit wie möglich machen und am besten niemand durchlassen. Der erste Teil wurde bravourös erledigt. Ich konnte mir den Holeshot sichern und raste davon. Doch leider verlief mir im Offroad ein Fehler. Durch die tief stehende Sonne war ich etwas geblendet und ich bog etwas zu forsch in den zweiten Linksanlieger ein. Mein Vorderrad rutschte oben drüber und ich stürzte. Zwar konnte ich sofort wieder aufstehen, doch mein Motor war aus. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ich diesen wieder zum Leben erwecken konnte. Das gesamte Fahrerfeld ist an mir vorbeigezogen. Somit fand ich mich auf der letzten Position P34 wieder. Ich nahm die Verfolgung auf und konnte mit sehr vielen, beherzten Überholmanövern wieder bis auf P11 vor fahren.
    Das hätte durchaus besser laufen können!
    Für das zweite Rennen am Sonntag wollte ich nichts an meiner ursprünglichen Strategie ändern, denn in der Theorie war es der perfekte Plan und hätte zum Erfolg führen müssen. Aber wie das so ist, kommt es meist anders als man denkt.
    Paul Wjigaerts verursachte aus der zweiten Startreihe einen massiven Frühstart und raste an mir vorbei. Komplett irritiert, versemmelte ich meinen Start und fand mich nach der ersten Kurve, direkt hinter Christof Bartsch, nur auf P5 wieder. Im Offroad wählte ich dann eine andere Linie als Bartsch und konnte auf P4 vorfahren.
    Ich versuchte dann nach vorne Druck aufzubauen, doch das gelang mir leider nicht. Als Wjigaerts seine Stop&Go Stafe für den Frühstart absaß, konnten Steffen Jung und Eike Moes den Abstand stetig vergrößern. Dann auf P3 musst ich mehre Angriffe von Bartsch abwehren und kontern. Wir boten den Zuschauern eine gute Show, denn der Zweikampf dauerte bis ins Ziel – glücklicherweise mit dem besseren Ende für mich.
    Mit P3 und ein Platz auf dem Treppchen bin ich sehr zufrieden.
    Mit dem schlechten Ergebnis aus dem ersten Lauf bin ich in der Meisterschaft einen Platz nach hinten gerutscht. Aber schon am 23./24. Juni geht es auf das Flugplatzgelände nach Großenhain und vielleicht klappt es ja wieder einen Platz zurückzuerobern.

    Grüße #28 HAUBI

    Supermoto IDM 2018: Auftakt nach Maß in Harsewinkel

    Am 21./22. April startete die internationale Deutsche SuperMoto Meisterschaft. Wie schon viele Jahre zuvor waren die Piloten beim Auftakt zu Gast im Emstalstadion in Harsewinkel  in Ostwestfalen.
    Bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30°C, hätten die Wetterbedingungen nicht besser sein können. Es traten Fahrer aus über 10 Nationen in 6 Klassen an, um endlich wieder richtig Gas zu geben und die Reifen rauchen zu lass en.Das 800 Meter lange Sandbahn-Oval, welches zur Hälfte für die Supermotorennen verwendet wird, kombiniert mit der innenliegenden Kartstrecke unter die Räder zu nehmen, ist jedes Mal eine riesige Freude und Herausforderung zu gleich.

    Dieses Jahr starte ich in einer für mich neuen Klasse – Ü40! Hier sind alle Piloten die das 40ste Lebensjahr überschritten haben startberechtigt. Wer nun denkt, hier sind nur die alten Jungs am Start, die eigentlich gar nicht mehr Motorradfahren können, der hat sich ordentlich geschnitten. Auch hier ist die Motivation hoch und alle sind voller Ehrgeiz bei der Sache. Der Zulauf der Truppe ist groß und somit war das Fahrerfeld mit 34 Startern voll besetzt.

    Insgeheim erhoffte ich mir zu Beginn des Wochenendes eine Top 5 Platzierung. Im ersten freien Training hatte ich es dann auch tatsächlich auf P5 mit einer 1:11.686 geschafft. Trotz einer ordentlichen Verbesserung der Rundenzeit um 3 Sekunden rutschte ich im zweiten freien Training auf P7 ab. Spätestens jetzt wurde mir klar: hier sind keine Nasenbohrer unterwegs und das Feld ist verdammt eng beieinander. Am Samstagnachmittag stand dann für uns nur noch die Qualifikation aus. Hier im Zeittraining hat es dann auch immer besser auf der Strecke geklappt. Meine beste Runde lag bei 1:07.878 und damit konnte ich mich für die erste Startreihe, den dritten Startplatz, für die beiden Rennen am Sonntag qualifizieren. Auf P1 qualifizierten sich der aktuelle deutsche Meister und Lokalmatador Eike Moes und P2 belegte der mehrfache Gesamtsieger Steffen Jung. Christof Bartsch komplettierte die erste Startreihe mit P4.

    Am Sonntag 10:25Uhr stand ich dann etwas nervös am Start des ersten Rennens der Saison… und was soll ich sagen. Der Start war perfekt und ich holte mir den Holeshot. Ich führte das Rennen an und sollte die Führung auch bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Der Druck von Jung war ständig zu spüren und ich konzentrierte mich darauf keine Fehler zu begehen. Am Ende war mein Vorsprung ins Ziel gerade mal 0,7 Sekunden. Doch mein Debüt-Rennen war somit ein voller Erfolg.

    Das zweite Rennen um 15:30Uhr startete ähnlich erfolgreich. Wieder bescherte mir die eingebaute Launch-Control meiner FS450 einen perfekten Start. Ich bog als erster in die erste Kurve ein und hielt das Feld auf Abstand. Doch wieder war es Jung der recht schnell aufschloss und ordentlich Druck aufbaute. Ich hatte zwar immer einen kleinen Vorsprung auf dem Asphaltanteil herausgefahren, doch speziell im Offroad war er stärker und war am Ende von diesem immer wieder dran. Zu drei Viertel des Rennens standen dann die ersten Überrundungen an und ich hatte dabei etwas Pech. Auf dem Asphalt bin ich etwas aufgehalten worden und konnte nicht die benötigten zwei Motorradlängen Vorsprung herausfahren. Gleich zur Einfahrt in den Offroad konnte sich Jung neben mich setzen und war vorbei. Beim Versuch dran zu bleiben verbremste ich mich noch gleich in dieser Runde und die Lücke war dann zu groß um noch etwas auszurichten. Ich verwaltete P2 und war damit überglücklich.

    Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Austragungsort. Am 02./03. Juni geht es nach St. Wendel zu meiner Lieblingsstrecke. Vielleicht klappt es dort wieder mit einem ähnlichen guten Ergebnis – drückt mir die Daumen!

    Grüße #28 HAUBI

    Superbiker 2017 in Mettet

    Was für ein wahnsinniges Rennwochenende! Gleich an drei Tagen vom 6. bis zum 8. Oktober fand in Mettet in Belgien das 31st Superbiker statt.
    Jedes Jahr, wenn die allermeisten Motorradrennen gelaufen sind, treffen sich zum Ende der Saison die Crème de la Crème in Mettet zum größten Supermoto-Event weltweit.
    Für die Zuschauer wurde hier einiges geboten. Die Pausen wurden mit Street-Stunt-Shows, Limbo-Biker oder FMX-Shows gefüllt. Mehrfacher Red Bull X-Fighter Sieger und Weltmeister im Freestyle-Motocross Thomas Pagès höchstpersönlich hat gezeigt was er so drauf hat. Neben den Hauptakteuren gab es aber auch noch Rennen der Supermotoquader, dem Nachwuchs den Junior Superbiker und auch der Legend-Superbiker. Ehemalige Supermoto Welt- oder auch Europameister wie Eddy Seel, Boris Chambon oder auch Gerald Delepinne zeigten hier, dass sie es nach wie vor drauf haben.
    Nicht umsonst ist es das größte Supermoto-Event weltweit - insgesamt treffen sich hier ca. 250 Fahrer, die sich über Qualification Races, Last Chance Races, Halbfinale Races oder auch über die Super Last Chance Races für das Finale am Sonntag qualifizieren können.
    Fahrer, die es bis zu den Hablfinalläufen geschafft haben, treffen hier das erste Mal auf die Prestige Supermotobiker und den Starbiker. Größen aus der aktuellen Supermoto-Weltmeisterschaft gehören zu den Prestige Supermotobikern. Der frisch gebackene Supermoto-Weltmeister Thomas Chareyre oder auch der deutsche Vizewelt- und Supermoto IDM Meister Markus Class waren mit von der Partie. Ehemalige MotoGP-Stars wie Ruben Xaus, aktuelle Moto2-Fahrer wie Xavier Simeon oder auch IRRC-Superbike-Champion Vincent Lonbois gehören zu den Starbiker.
    Eigens für diese Veranstaltung wird eine Hauptstraße in Mettet gesperrt und die Piloten brettern an Pubs und einer Tankstellen vorbei. Der Asphaltanteil ist super schnell und flüssig zu fahren und wird durch einen Offroad mit drei Sprüngen komplettiert.
    Die Wetterbedingungen waren recht durchwachsen. Ständige Wechsel zwischen Sonnenschein und Regenschauern, somit trockenen und nassen Verhältnissen, verursachten häufig Stress bevor es auf den Track ging. Auf der Suche nach dem bestmöglichen Grip mussten oft noch schnell die Reifen gewechselt werden.
    Unter feuchten Bedingungen startete ich am Freitag in das 1. freie Training, um mich mit dem Track vertraut zu machen. Meine FS450 hat sich hier gleich zu Beginn komplett eingesaut und musste anschließend wieder gesäubert werden - die Reinigung dauerte mindestens doppelt so lang als das Einsauen.
    Anders als in der deutschen Meisterschaft wurden die nächsten beiden Trainings schon gezeitet. Die beste Zeit aus diesen beiden Zeittrainings bestimmte die Startaufstellung für das Qualification Race für Samstag. Ich war in einer recht starken Gruppe dabei und von den 45 Startern habe ich es auf den 21. Startplatz geschafft. Das war ganz OK und ich war damit zufrieden.
    Mir war es noch etwas schleierhaft, wie man ohne ein Warm-Up, sofort am Samstagmorgen um kurz nach neun, mit einem Rennen in den Tag starten kann. Sehr wohl klar war aber, dass nur die ersten 13 Piloten sich für das Halbfinale qualifizieren würden.
    Für alle sind die Verhältnisse aber gleich und ich hatte keine große Hoffnung mich direkt für das Halbfinale zu qualifizieren – das hinderte mich natürlich nicht es dennoch zu versuchen.
    Dank der ab Werk eingebauten Launchcontrol legte ich einen super Start hin und konnte gleich mehrere Gegner aus den nächsten Startreihen überhohlen. Ohne es wirklich zu wissen war ich plötzlich auf Platz 12. Den nächsten Gegner hatte ich bereits im Visier und Runde um Runde fuhr ich immer näher ran. Meine Pace war zwar nur geringfügig schneller, doch das hat mit gereicht um mich zu Mitte des Rennen, am Ende der Start-Ziel-Geraden an ihm vorbeizupressen. Danach gelang es mir leider nicht eine Lücke herauszufahren. Der Druck des Gegners war ständig zu spüren.
    Aus der Boxengasse wurde mir P11 angezeigt und nun wusste ich, dass ich es ins Halbfinale schaffen kann – bloß niemand mehr vorbei lassen und wenn, dann maximal zwei.
    Zwei Runden vor Schluss wurde ich dann aber leider Opfer einer Attacke. Am Offroad-Ausgang zum Übergang auf den Asphalt versuchte es mein Gegner auf der linken Seite. Zwar war ich auf der besseren Linie, doch sein Lenker traf meinen mit voller Wucht und mir wurde dieser regelrecht aus der Hand geschlagen. Ich stürzte und zwei Fahrer sind durch. Mein Helmschild wurde dabei beschädigt und war nur noch seitlich am Helm befestigt. Bei höherer Geschwindigkeit klappte es mir immer mitten ins Gesicht, so dass ich nichts mehr sehen konnte oder es klappte sich nach oben und war dabei ein riesiger Windfang. Ich war völlig irritiert und verlor die Konzentration. Mehrere Fahrfehler waren die Folge und es kam wie es kommen musste. Ich wurde in der letzten Runde auf die Position 14 verbannt und somit hatte ich mich leider nicht direkt für das Halbfinale qualifiziert.
    Ich hätte es mir zwar gerne geschenkt, aber spaßig war es dann trotzdem. Am Nachmittag durfte ich das Last Chance Race von der Pole-Position aus starten. Drei Fahrer konnten sich noch für das Halbfinale qualifizieren.
    Der Gegner aus Position 2 konnte den Start für sich entscheiden und zog erstmal etwas davon. Nach der zweiten Runde klopfte leider schon wieder der nächste an und ich musste mich meinem Schicksal beugen. Der war aber auch so schnell und war gleich auf und davon. Zu Mitte des Rennens, auf P3 liegend, zog der nächste im Offroad an mir vorbei. Gleich auf dem Asphalt konnte ich aber einen erfolgreichen Konter setzen. Dieses Spiel wiederholte sich noch zweimal und erst dann war mein Gegner erfolgreich und er konnte sich absetzen. Ich hatte mich schon damit abgefunden es nicht ins Halbfinale zu schaffen. Aber P2 und P3 sind bei Überrundungen etwas aufgehalten worden und aus dem Zweikampf wurde ein Dreikampf. Ich konnte zum Schluss noch richtig Druck aufbauen und trieb meinen Gegner in einen Fehler, den ich natürlich schamlos ausnutzte. Ab diesem Zeitpunkt galt es diesen Platz zu verteidigen. Ich machte mich so breit wie irgendwie möglich und schaffte damit tatsächlich den Halbfinaleinzug. Wow, das hätte ich eigentlich nicht für möglich gehalten.
    Von 48 Fahrern startete ich am Sonntagmittag von P47 in das Halbfinale. Nur die besten 18 Fahrer schafften den Einzug ins Finale. Es war klar: das ist für mich unerreichbar. Aber alleine mit dem Weltmeister und den MotoGP-Stars in einem Rennen zu stehen war ein unbeschreiblich geiles Gefühl. Mein Start war ganz gut, zumindest bis zur zweiten Kurve. Mal wieder wurde ich von einem Übermotivierten abgeräumt. Ich konnte zwar schnell weiter, aber das ganze Feld war weg. Mehrere Runden später war ich dann wieder dran. Ich konnte noch den ein oder anderen Gegner überhohlen und durch ein paar Ausfälle schaffte ich es auf dem P43 ins Ziel. Aber das war recht unwichtig, denn ich durfte gleich zweimal vom Weltmeister überrundet werden. So etwas passiert nicht alle Tage.
    Nun stand noch mein viertes Race vom WE aus. Es bestand noch die theoretische Chance mich im Super Last Chance Race für das Finale zu qualifizieren. Von 30 Fahrern kamen 4 in das Finale. Ich durfte das Rennen aus der letzten Reihe starten. Mal wieder katapultierte mich die Husky weit ins Mittelfeld hinein. In diesem Race waren nun Fahrer mit einem ähnlichen Speed vereint. Das Feld zog sich nie richtig auseinander und ich hatte selten so viel Spaß in einem Rennen. Ich hatte keine Ahnung auf welchem Platz ich mich befand und das war auch egal. Ständig konnten wir uns gegenseitig überhohlen. Manch ein Fahrer hat seine Stärken im Offroad ausgespielt und hat auf dem Asphalt wieder verloren – aber auch ich konnte immer wieder auf dem Asphalt oder im Offroad erfolgreiche Attacken setzen. Schlussendlich konnte ich das Race auf dem 16. Platz beenden.
    Das Wochenende war ein voller Erfolg. Schwäbisch korrekt habe ich jede für mich mögliche Fahrminute mitgenommen und alle Rennen waren richtig cool. Ich hatte sehr geile Fights und durfte mich von der Crème de la Crème verblasen lassen. Was will man mehr.
    Die Saison ist für mich nun vorbei und ich freue mich jetzt schon wieder euch im nächsten Jahr zu berichten.
    #28 HAUBI

    Supermoto: das Kultrennen in St. Wendel

    Am Samstag konnten bei trockenen Verhältnissen die freien Trainings, die Qualifikationen und teilweise auch schon erste Rennen genossen werden. Am Sonntag wurden wir dann mit kurzzeitigen Gewittern und Schauern beglückt.
    In meiner Klasse der S3 waren 32 Fahrer am Start und somit war das Fahrerfeld voll belegt. Meine FS 450 hat mir viel Freude bereitet, denn im Zeittraining hat sie mir den Startplatz 9 für beide anstehenden Rennen beschert. Nicht nur in Harsewinkel hat es sich gezeigt - auch hier in St. Wendel kann ich mit den Top10 mithalten. Mit dieser Gewissheit ging es gleich noch am Samstagabend für mich in den ersten Lauf.


    Aus der dritten Startreihe von ganz außen konnte ich gleich einen Bombenstart hinlegen. Nach den ersten Kurven fand ich mich auf Platz 7 wieder. In der ersten Rennhälfte blieb das auch so, doch ich konnte Druck auf den Vordermann ausüben und nach hinten wurde die Lücke immer größer. Irgendwann konnte ich mich dann im Offroad neben meinen Kontrahenten setzen und schlussendlich auch an ihm vorbei ziehen. Auf dem 6ten Platz war dann alles save, zumindest für mich. Denn kurz vor Rennende lag dann der ursprünglich Zweitplatzierte mit kochendem Moped auf dem Asphalt. Im Zweikampf wurde sein Kühler beschädigt und er rutschte auf dem eigenen austretenden Kühlwasser aus. Dem einen Leid des anderen Freud. Auf Platz 5 und einem fetten Grinsen im Gesicht ging es durch die Zieldurchfahrt!


    Am Sonntag ging es mit sehr gemischten Gefühlen und voller Hektik in den Vorstart zum zweiten Rennen. Was war geschehen? Ca. 45 Minuten vor Rennbeginn kamen schwarze Wolken auf die sich in einem starken Regenguss entleerten – danach war aber gleich wieder die Sonne da und die Strecke begann abzutrocknen. Meine Husky stand auf Slicks und ich war mir einfach nicht schlüssig, ob ich nun auf Regenreifen umbauen sollte oder eben nicht. Kurz vor knapp entschloss ich mich dann auf Nummer sicher zu gehen und doch noch umzubauen. Mit der tatkräftigen Hilfe meiner Kumpels hab ich es dann glücklicherweise rechtzeitig auf Regenreifen in den Vorstart geschafft. Die Entscheidung war gut, denn alle Gegner sind ebenfalls auf Regenreifen gekommen und durch den Offroad wurde der nasse Schlamm auf die Asphaltstrecke gezogen. Aber erst mal zum Start.


    Wow, gefühlt bin ich noch nie so gut von der Linie gekommen. Gleich nach dem Start ging es von Pos.9 auf Pos.3 und ich konnte die Pace mitgehen. In Runde zwei dann ein Rennabbruch. Ein gestürzter Fahrer musste von der Strecke geborgen werden. Alle Fahrer mussten in der Boxengasse auf den Restart warten, während die Strecke weiter abtrocknete. Inzwischen wäre die Wahl der Slicks die bessere gewesen, aber die Zeit für einen Umbau blieb nicht.


    Auch der Restart war für mich vernünftig und ich fand mich auf P6 wieder. Doch im Offroad ging es eng zu und ich konnte meinen Platz nicht behaupten. Keine Ahnung wo ich gelandet war. Aber ich kämpfte das ganze Rennen über und konnte den einen oder anderen Gegner überholen. Bei diesen äußerst rutschigen Bedingungen sind auch viele Fahrer gestürzt. Als ich dann im Ziel ankam verstand ich die Welt nicht mehr, denn man bat mich aufs Podium. Ist das geil, ein dritter Platz in der Klasse S3! Das hätte ich nie für möglich gehalten. Aber nicht nur das: bei den schwierigen Bedingungen konnte ich auch noch die beste Rundenzeit in meiner Klasse in den Asphalt brennen.

    Vielen Dank an Aui-Photography für die geilen Bilder


    Supermoto Harsewinkel: Saisonstart im Stadion

    Der Auftakt zur 25. Internationalen Deutschen Meisterschaft wurde am 22.04. und 23.04. im Sandbahnoval des Emstalstadions in Harsewinkel ausgetragen. Die Befürchtungen, dass das Wetter am Rennwochenende nicht gut werden würde, waren aufgrund von Schneefällen Mitte der Woche, berechtigt. Doch wir hatten Glück: es war zwar wirklich kalt, doch das ganze Wochenende blieb es trocken und für die meisten Piloten waren gut aufgewärmte Slicks die richtige Reifenwahl.

    Durch eine Überarbeitung der Einstufungslisten sind viele Fahrer in andere Leistungsklasse eingeteilt worden. Auch bei mir ging es eine Klasse nach oben und bin in diesem Jahr in der Klasse S3 am Start. Es ist sofort zu spüren, hier weht ein anderer Wind und es wird keinem auch nur einen Millimeter zu viel auf der Strecke geschenkt – Ellenbogeneinsatz inklusive.

    Insgesamt waren 36 Fahrer in der S3 am Start. Ich konnte meine Pace in der neuen Klasse, im Vergleich zur Konkurrenz, noch nicht einschätzen und hatte mich irgendwo bei Platz 20 gesehen. Freudiges Erstaunen dann bei den Ergebnislisten nach den ersten beiden freien Trainings. P12 im ersten und sogar P8 im zweiten freien Training standen auf dem Zettel.
    Mein Husky FS 450 hat mich auch im Zeittraining am Samstagnachmittag nicht enttäuscht und ich war mit P12 sehr zufrieden. Das bedeutete die dritte Startreihe für die beiden Rennen.

    Dann am Sonntag war es soweit. Ich fuhr etwas nervös zum ersten Lauf in den Vorstart. Eine gefühlte Ewigkeit später wurden wir endlich auf die Strecke gelassen. Die Reifen kühlten bei diesen kalten Bedingungen schon wieder etwas aus und leider brachte die eine Einführungsrunde die Reifen auch nicht wieder auf die richtige Arbeitstemperatur. Dennoch, ein Bombenstart katapultierte mich nach den ersten Kurven auf P8. Ich konnte die Pace sehr gut mit gehen, zumindest bis zur letzten Linkskurve der Strecke. Beim Anbremsen und Umlegen auf die Start-Ziel-Geraden ist das Vorderrad weggerutscht, denn ich hatte das Gripniveau des kalten Reifen überschätzt. Ich konnte zwar das Rennen sofort wieder fortsetzen, aber das Feld war zu diesem Zeitpunkt noch eng beieinander und viele Piloten sind durchgerutscht. Mit ordentlicher Wut im Bauch lief ich wieder auf die ersten Gegner auf. Schnell vorbei war nun das Motto. Gleich in der nächsten Runde konnte ich beim harten Anbremsen auf die Spitzkehre zum Offroad wieder am ersten Gegner vorbei. Dumm nur, dass ich dabei das Hinterrad schon vom darauffolgenden Fahrer touchierte und schon wieder eine Bodenprobe nehmen musste. Von irgendwo ganz weit hinten im Feld konnte ich das Rennen wieder aufnehmen, doch der Flow war komplett raus. Ich schaffte es zwar noch den ein oder anderen zu überhohlen, aber mehr als P21 war nicht drin.

    Der zweite Lauf sollte besser werden. Auch hier war der Start super und ich konnte ebenfalls gleich auf P8 vorfahren. Schnell fand ich einen guten Rhythmus und konnte bis zum letzten Viertel des Rennens den Kollegen vor mir unter Druck setzen. Ab diesem Zeitpunkt hat sich allerdings ein schnellerer Fahrer an uns angehängt und dieser wiederum hat ordentlich Druck auf mich ausgeübt. Ich war im Sandwich gefangen und hatte die Flucht nach vorne gesucht. Wieder bei der Linkskurve auf die Start-Ziel-Gerade musste ich dann mein Glück versuchen. In der Anbremszone weit nach außen tragen lassen und dann mit viel Schwung auf der Geraden am Gegner vorbei - soweit zu Theorie. Die Ausführung war aber mehr als spärlich. Ich hatte schlichtweg meinen Bremspunkt um zwei Meter verpasst. Beim harten Anbremsen ist trotz des warmen Reifens dann das Vorderrad weggerutscht. Ich bin froh darüber, dass es so spät im Rennen passiert ist. Denn das Feld war nun entzerrt ich habe nur zwei Plätze verloren. Es hätte P8 oder auch P7 werden können. Aber „That‘s  Racing“ und ich bin mit der siebtschnellsten Rundenzeit und dem P10 zufrieden.

    Die nächste Runde findest schon am 13.–14. Mai auf dem beliebten Straßenkurs in St. Wendel statt. Da wird für die Zuschauer und die Fahrer wieder einiges geboten. Ich freue mich schon sehr. 


    SuperMoto IDM in Schaafheim am 16. und 17. Juli

    Der Odenwaldring in Schaafheim, Hessen war Austragungsort des nächsten Laufes zur internationalen deutschen SuperMoto Meisterschaft. Traditionell wird hier die Kartbahn mit der benachbarten Motocrossbahn kombiniert. Dieses Jahr wurde der Verlauf der Rennstrecke etwas geändert. Der Onroadanteil konnte dadurch etwas erweitert werden und der Offroad wurde mit anspruchsvollen Sprüngen versehen.

    Das Wetter war hervorragend. An beiden Tagen war es sonnig und trocken und bei diesem warmen Sommerwetter lockte es auch zahlreiche Zuschauer an die Rennstrecke.
    Die wurden in mit vielen spannenden Rennen in insgesamt 6 verschiedenen Klassen fürs Kommen belohnt. Das Starterfeld der Klasse Trophy Süd war mit 27 Startern nicht voll besetzt, doch wie erwartet waren alle schnellen Fahrer am Start.
    Für das Rennwochenende hatte ich meine Ziele hoch gesteckt, denn das waren bereits die letzten beiden Läufe für die Trophy. Die Meisterschaft wurde hier in Schaafheim endgültig entschieden.  

    Für mich war klar, dass es schwer werden würde. Bereits in den ersten beiden freien Trainings zeigt sich das mit einem 10. und 9. Platz und ich war damit alles andere als zufrieden. Zur Mittagszeit im Zeittraining konnte ich mich steigern und den 7. Startplatz herausfahren. Immerhin bedeutete das die zweite Startreihe.

    Der Start zum 1. Rennen war nicht optimal und ich fand mich nur auf dem 9. Platz wieder. Nach einer starken Anfangsphase konnte ich mich bis auf den 6. Platz vorkämpfen. In der vorletzten Runde hab ich es dann dummerweise übertrieben und bin in der ersten Rechtskurve nach dem Offroad ausgerutscht. Ich konnte zwar das Rennen wieder aufnehmen, doch ein Gegner hat das schamlos ausgenutzt und mit einem 7. Platz hab ich das Rennen beendet.

    Ins 2. Rennen bin ich super gestartet und hab gleich die komplette zweite Startreihe hinter mir gelassen. Mehrere Runden konnte ich mich direkt hinter den ersten vier Fahrern behaupten. Doch die Pace war hoch und ab Mitte des Rennens musste ich abreisen lassen. Dem nicht genug ist der Abstand nach hinten immer kleiner geworden. Ich hatte mein Pulver aber in der ersten Rennhälfte bereits verschossen und konnte somit leider den heraneilenden Gegnern keinen Widerstand mehr bieten. Zwei Fahrer sind durchgeflutscht und auch im 2. Rennen ist nur der 7. Platz herausgesprungen.

    Fazit: Meine Husky FS 450 hat ihre Sache gut gemacht, hat klaglos das warme Wetter und den Sturz überstanden. Mit den Ergebnissen aus Schaafheim bin ich allerdings nicht zufrieden, hatte ich mir doch einen der Top Five Plätze vorgenommen.
    In der Meisterschaftswertung bin ich dadurch einen Platz nach hinten gerutscht und bin nun im Endergebnis auf dem 5. Platz. Der 3. Platz war zwar in greifbarer Reichweite und ich bin enttäuscht diesen nicht erreicht zu haben. Aber die Erwartungen, welche ich mir am Anfang der Saison mit einem Top 5 Ergebnis gesteckt hatte, wurden dennoch erfüllt. 

     Vielen Dank an der Firma Limbächer für die Unterstützung und an Aui-Photography für die hammergeilen Bilder! 


    SuperMoto IDM in St.Wendel am 21. und 22. Mai 2016

    Die zweite Runde zur internationalen deutschen SuperMoto Meisterschaft im saarländischen St. Wendel kann, wie jedes Jahr, getrost als Highlight genannt werden. Die Wettervorhersagen der verschiedenen App-Anbieter hatten schon angekündigt, dass das Wetter erst am Sonntagabend in Regen umschlagen würde. Ein Hoch auf die Vorhersagen, denn die komplette Veranstaltung wurde bei prächtigstem Wetter durchgeführt. Das bescherte nicht nur ein volles Teilnehmerfeld, sondern auch zahlreiche Zuschauer die den kompletten Stadtkurs säumten. Auch über die Auswahl der Reifen musste man sich keine Gedanken machen. Alle Fahrer sind auf Slicks unterwegs gewesen. In der Klasse Trophy Süd starteten insgesamt 32 Fahrer.

    Für Samstag standen zwei freie Trainings, das Zeittraining und der 1. Lauf am späten Abend auf dem Programm. Am Sonntag ging es mit dem Warm-Up los und zur Mittagszeit wurde der 2. Lauf ausgefochten. In den beiden freien Trainings geht es darum, sich auf die Strecke einzuschießen und das Motorrad optimal auf die Verhältnisse anzupassen. Meine neue Husqvarna FS 450 funktioniert super, denn in beiden Trainings konnte ich mich auf dem 6ten Platz behaupten. Im Zeittraining wurde nochmal eine Schippe aufgelegt und der 5te Platz sprang dabei raus. Für die beiden Rennläufe bedeutet das jeweils der äußere Startplatz der zweiten Startreihe. Insgeheim hatte ich mir zwar einen Platz in der ersten Startreihe erhofft, doch die Konkurrenz ist stark.

    Der Start zum 1. Rennen war spitze. Aus dem Startgetümmel zur ersten Kurve und einem Crash mehrerer Fahrer, konnte ich mich glücklicherweise heraushalten und fand mich auf dem 2ten Platz wieder. Doch die starken Fahrer waren direkt hinter mir und in der vierten Runde ist es im Offroad im zweiten Anlieger dann passiert – ein Gegner hat sich vorbeigequetscht. Während ich mich auf den vorderen Gegner konzentriert hatte und hoffte nochmal einen Angriff starten zu können, klopfte es schon wieder hinten an. Ich entschloss mich lieber diese Angriffe abzuwehren. Das kostete viel Kraft und in der letzten Runde hatte ich dann dadurch einen kleinen Fehler eingebaut. Dieser wurde schamlos ausgenutzt und der nächste Gegner schlüpfte durch. Leider reichte es mir nicht mehr einen Gegenangriff zu starten. Denkbar knapp bin ich am Podium vorbei geschlittert. Der vierte Platz ist dennoch in Ordnung.

    Auch in das 2. Rennen startete ich gut. Doch diesmal gab es keinen Crash und nach der ersten Kurve fand ich mich auf dem 5ten Platz wieder. Im 4er Pulk ging es Rad an Rad um die Strecke, denn der Führungsfahrer war dem Feld mittlerweile schon enteilt. Doch nach der  Hälfte des Rennens stand genau dieser mit abgewürgtem Motor auf der Ideallinie im Offroad. Schwubs, schon war ich auf dem 4ten Platz. Diesmal sollte unbedingt ein Podiumsplatz her. Nach hartem Fight mit dem 3. Platzierten konnte ich mich dann Ende der Start-Ziel-Geraden in der vorletzten Runde an meinem Gegner vorbeidrücken. Die folgenden Gegenangriffe hatte ich erfolgreich abgewehrt à PODIUM !

    Durch die errungenen 38 Punkte steh ich nun auf dem vierten Platz in der Meisterschaft. Nur einen Punkt trennen mich vom dritten Platz. Drückt mir die Daumen für den nächsten Lauf in Schaafheim am 16. und 17.Juli.